Die Herolde von Sehusa
 
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Volkszählung
 

 
Die Stadt

„In Rot ein blau bewehrter goldener Löwe mit erhobener rechter Vorderpranke über einem goldenen Seerosenblatt.“
 
 
Das erste Siegel entstand, von dem späterhin Abdrucke bis heute erhalten sind, um 1400, welches einen welfischen Löwen als Hinweis auf die Herrschaft zeigt. Weiterhin verfügt es unter dem Löwen ein gestieltes Seerosenblatt, das auf den Ortsnamen Sehuson oder Sehusa (Seehausen) anspielt, der von dem ehemaligen von der Schildau gespeisten See herrührt.
 
 
Spätere Siegel aus dem Zeitraum zwischen dem späten 15. Jahrhundert bis zum 18. Jahrhundert zeigen, abgesehen von kleinen Veränderungen, weitgehend unverändert das gleiche Bild. Dort ziert das Seerosenblatt einen Stiel von unterschiedlicher Länge. Dieser ist in der aktuellen Version des Wappens jedoch nicht mehr erhalten.
 
Die Burg Sehusa

eesen ist eine Stadt und selbständige Gemeinde im Landkreis Goslar am nordwestlichen Harzrand zwischen Göttingen und Hannover im Südosten von Niedersachsen. Sie wurde 974 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt 1428 die Stadtrechte. Heute hat Seesen 19.988 Einwohner (Stand: 2016) und nähert sich wieder der 20.000 Einwohnermarke. Gelegen zwischen dem leicht hügeligen Harzvorland und dem Harz als größtem norddeutschen Mittelgebirge, versteht sich Seesen auch wegen der günstigen Verkehrslage als das „Fenster zum Harz“...

Der Ort entstand an einer Wegkreuzung und wurde Standort eines Königshofes in karolingischer Zeit vor ca. 1.300 Jahren. Der Name Seesen geht zurück auf einen See, der mittlerweile verschwunden ist. Im Mittelalter war Sehuson (Seehausen) / Sehusa ("an einem See gelegen") gebräuchlich. Die erste bekannte urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 974, als Kaiser Otto der II. seinen damaligen Besitz Seesen und die dazugehörende Burg (Hausschildburg) dem Reichsstift Gandersheim übertrug. Die Übertragung sollte das Reichsstift, das wenige Jahre zuvor eine Brandkatastrophe erlitten hatte, stärken. Er schenkte dieses „Eigengut seines Rechtes“ mit 20 unfreien Familien und 20 Hufen Land an das Marienkloster in Gandersheim, das „durch die Sünden der Menschen dahingesunken war“, wie es in der Urkunde heißt. Diese trägt das Siegel des Kaisers und seinem Kanzler Willigis, dem Erzbischof von Mainz, die die Urkunde unterzeichnet haben. Zur Zeit Otto des II. (Kaiser von 973-983) bestand Seesen nur aus wenigen Häusern mit weniger als 200 Einwohnern.

1148 erhielt Graf Hermann II. von Winzenburg den Hausschildberg bei Seesen von der Äbtissin Lutgardis von Gandersheim. Nach dessen Tod sprach Kaiser Friedrich Barbarossa Herzog Heinrich dem Löwen das Erbe des Grafen zu. Damit wurden die Welfen die Herren der Hausschildburg. In einer päpstlichen Urkunde wurde 1206 die Andreaskapelle genannt. Der erste Archidiakon (kirchlicher Verwalter) Seesens war der Goslarer Magister Hugoldus, Archidiakonatskirche war die Vituskirche, wo auch kirchliche Gerichtstage stattfanden.

ls die Braunschweiger Herzöge die Vogtei über das Stift übernommen hatten, kam 1279 Seesen an Wilhelm I. (Braunschweig). 1282 begann der Bau der Welfenburg Seesen (Sehusaburg). 1345 ging Seesen zum Fürstentum Göttingen. Im selbigen, 13. Jahrhundert, bildete die einstige Burg Sehusa den Mittelpunkt eines Verwaltungsbezirks. Etwas später entstand ein zweiter Siedlungskern, in dem hauptsächlich Kaufleute wohnten. Erst allmählich wuchsen die beiden Siedlungen zusammen. Das Marktrecht soll Seesen bereits in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts gehabt haben. Ein Rat ist für 1414 bezeugt, ab 1426 durfte der Rat ein Siegel führen. Aus dem Jahre 1428 stammen die Privilegien, die Herzog Otto der Einäugige der Siedlung Seesen verliehen hat. Durch das Privileg von 1428 wurde der Stadt durch Herzog Otto von Göttingen die Braugerechtsame zugestanden. Das Braurecht stand den Städten als Erwerbsquelle zu, die dafür Stadtbefestigungen, Kriegswerkzeuge und Söldner stellen musste.

1442-1473 baute Herzog Heinrich der Friedsame die Burg zu einer herzoglichen Reisestation und einem großen Wirtschaftshof aus und richtete einen Amtsbezirk ein, der bis Schlewecke, Astfeld und Münchehof reichte. Die Häuserzahl Seesens schwankte zu dieser Zeit um 100, die Einwohnerzahl vermutlich um 600.

inen mittelalterlichen Einwohnerzuwachs erfuhr Seesen durch Zuzug aus umgebenden, dadurch wüst gefallenen Dörfern. Heinrich I. (Braunschweig-Wolfenbüttel) verkaufte Burg und Ort an verschiedene im Umland begüterte Adelige. Bischof Johannes eroberte und zerstörte den Ort 1522. Der unter Zusicherung fürstlicher Privilegien wieder aufgebaute Ort wurde im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) von Tillys Truppen ausgeplündert und durch einem Stadtbrand erneut zerstört, so auch die Andreaskapelle, das Rathaus und die Burg, was eine Neuanlage erforderlich machte. Das Brauhaus der Oberstadt, der heutige Ratskeller, wurde 1592 als Brau- und Hochzeitshaus von der Brauergilde erbaut. Zu dem Gebäudekomplex gehörte damals auch noch das vor dem Ratskeller stehende alte Rathaus, das 1673 durch einen Brand zerstört wurde. Alle Akten und Dokumente des Rathauses wurden dabei vernichtet. Der Magistrat und seine Beamten zogen darauf hin in das Brau- und Hochzeitshaus um. In der zweiten Etage fanden die Ratsversammlungen statt, die untere Etage diente weiterhin als Gemeindebrauhaus und Ratskeller.

m die immer wieder auftretenden Brände daran zu hindern sich über die ganze Stadt auszubreiten, befahl der Herzog von Braunschweig gegen Ende des 17. Jahrhundert, zwischen den Häusserreihen breite Freiflächen zu belassen, die ein Überspringen des Feuers unmöglich machen sollten. Dieser Anordnung hat Seesen seine breiten, auch dem heutigen Verkehr gewachsenen Straßen zu verdanken. Wegen der vielen Brände sind in Seesen nur wenige Gebäude aus der Zeit vor dem Barock erhalten. Das Älteste ist der St.-Vitus-Turm, der wahrscheinlich im 13. oder 14. Jahrhundert erbaut wurde. Er gehörte zur St. Vitus Kirche, die sich östlich an ihn anschloß. Da der Braunschweiger Herzog 1702 die neu errichtete St.-Andreas-Kirche, welche er auf eigene Kosten als als Hof- und Schloßkirche erbaute, der Stadt überließ, wurden immer mehr Gottesdienste in die neue und dem Zeitgeschmack entsprechende Kirche verlegt. Durch einen Blitzschlag, der während eines Gottesdienstes vier Gemeindemitglieder tötete, wurde die St.-Vitus-Kirche stark beschädigt. Da die Bürger nicht beide Kirchen unterhalten wollten, ließ man die St.-Vitus-Kirche verfallen, bis sie schließlich 1840 bis auf den Turm abgebrochen wurde. An dem erhalten gebliebenem Turm wurde 1842 ein Schulgebäude angebaut, welches 1977 ebenfalls abgerissen wurde.

eitere historische Gebäude sind die Burg Sehusa (1592), der Ratskeller (16.Jhd.), die St.-Andreas-Kirche (17.Jhd) und das Jagdschloß (1707). In der Burg Sehusa residierte früher der Amtmann, heute beherbergt sie das Amtsgericht. Der ehemalige Sattelhof wurde 1757 zu einem Jagdschloss umgebaut, nach Auflösung des herzoglichen Haushalts 1790 bezog es die Forstbehörde. 1928 erhielt der Bau seine heute noch charakteristische Front mit Sichtfachwerk. 1959 verkaufte die Staatsforstbehörde das Gebäude an die Stadt Seesen, die das Haus zunächst als Wohnungen vermietet. 1964 erfolgt die Eröffnung als Heimatmuseum.

eesens Wandel vom Ackerbürgerstädtchen zur Industriestadt erfolgte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zu westfälischer Zeit gehörte der Ort zum Distrikt Einbeck und wurde danach zu einem der Eisenbahnknotenpunkte der Gegend. Im 20. Jahrhundert gehörte Seesen zum Freistaat Braunschweig. Mit dem Bau der Einsenbahnlinie Börßum - Seesen - Kreiensen 1856 wurden die Voraussetzungen für die Ansiedlung von Industrie geschaffen; denn diese Eisenbahnlinie gab die Möglichkeit Rohstoffe und Fertigprodukte kostengünstig von und nach Seesen zu transportieren. Zunächst entstanden Zigarrenfabriken, zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden diese Betriebe jedoch nach und nach geschlossen. Dafür gewannen die Nahrungsmittelindustrie ("Sonnen-Bassermann") und die Blechwarenfabrikation mit den Firmen Züchner  und Schmalbach - Lubeca an Bedeutung...

 
 
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Ihr lieben Leute gebet acht, was Euch der Herold kundbar macht:

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