- Alljährlich am 1.Wochenende im September wird das historische Sehusafest in Seesen gefeiert, das Tausende von Besuchern aus nah und fern begeistert. Mehr als 1.000 Bürger zeigen in stilechten Gewändern in Spielen und Tänzen geschichtlich belegte Szenen aus Seesens Vergangenheit. Das Sehusafest umfasst eine Zeitspanne vom Mittelalter bis zum Rokoko und ist somit als größtes Historienfest einmalig in Norddeutschland. Viele Buden mit allerley Kram, Quacksalber, Zähnebrecher, Tänzer, Gaukler, Musikanten, Landsknechtswerber, Rittertafel und "Speyß und Trank" erwarten Sie. Das Sehusafest ist kein Altstadtfest - es ist ein historisches Spektakel. -

 

Vor der Burg Sehusa findet am jedem Samstagabend des Sehusafestes ein Mystisches Feuerspectaculum und die feierliche Eröffnung des Sehusafestes mit 100 Herolden und Landsknechten statt. Anschließend gibt es die Freilichtaufführung der Sage vom Silberhohl A.D. 1268, ein dramatisches Spiel der mittelalterlichen Raubritterzeit:

Am westlichen Harzrand, nördlich der Stadt Seesen, befindet sich in einer Mulde an der Eisenbahn der Erdfall Silberhohl (Silberhohl=Silberloch). Das an mehreren Fischteichen liegende Silberhohl entstand vor ca. 5000 Jahren durch die Auslaugung von Salz im liegenden Zechstein. Der hangende Buntsandstein, in dem sich der Erdfall heute befindet, wurde beim Einsturz des Hohlraumes durchschlagen. Das Moor, das sich seit 5000 Jahren im Silberhohl entwickelt, weist mittlerweile eine Torfmächtigkeit von 11 m auf. In dieser Erdfallsenke soll eine Raubritterburg gestanden haben und plötzlich über Nacht mit all seinen Schätzen , die von geldgierigen und skrupellosen Raubrittern erbeutet wurden, versunken sein. Jutta aber, die Tochter des Raubritters, hatte ein mitleidiges Herz. Wie sie zu Lebzeiten die Kranken der Umgegend besuchte und die Armen beschenkte, so erscheint sie auch heute noch in  einem weißen Gewande und teilt ihre Gaben aus. Am Gürtel trägt sie ein Schlüsselbund, und in der Neujahrnacht und am Johannistag kann man sie zur Mitternacht am Silberhohl sehen. Dort geht sie umher, als suche sie die versunkene Burg. Viele Abenteurer haben sich schon auf die Suche nach den großen Schätzen der versunkenen Burg gemacht, doch viele blieben verschollen, denn der Teufel wacht über die "verfluchte" Grabstätte der Raubritter und schützt den Schatz, da er nie wieder in die Hände von geldgierigen Menschen kommen darf. Doch Jutta schützt die unschuldigen Seelen, die zu Unrecht min die Hände des Teufels fallen.  - Einst lag in Seesen eine Arme krank und sorgte sich, denn sie hatte ihre drei Kinder hungrig zu Bette schicken müssen. "Ach wenn doch Jutta noch lebte", seufzte sie. Da öffnete sich leise die Tür, eine weiße Gestalt mit langem Schleier trat herein, setzte ein fein geflochtenes Körbchen auf den Tisch, machte das Zeichen den Kreuzes über der Kranken, nickte  freundlich zu und verschwand ebenso leise, wie sie gekommen war. Als Jutta sich entfernt hatte, fiel die Kranke in einen erquickenden Schlaf, aus dem sie am Morgen gesund erwachte.  Als sie die Körbchen und darin das viele Geld sah, wusste sie, dass sie nicht geträumt hatte. Da dankte sie in heißem  Gebet unserem Herrgott, der ihr durch Jutta Hilfe geschickt hatte.